Beratung und Psychotherapie Großmann

Hypnotherapie in Bremen

Übergewicht und zuviel Essen

Irgendwann las ich den Satz „Was wir in den Mund nehmen und essen können wir extrem gut kontrollieren.“ Als lebenslang übergewichtige Person fand ich diesen Satz faszinierend wahr und gleichzeitig unglaublich, denn bei mir herrschte hauptsächlich unwillkürliches Erleben vor. Ein ständiger Drang nach Essen, oraler Befriedigung, Beruhigung. Da war kein Gefühl von Kontrolle. Erst nachdem ich über Jahre hinweg die verschiedenen zugrundeliegenden Motivationen und Bedürfnisse verstanden und anders erfüllt habe, hat sich hier etwas bei mir verändert.

Gedankenspiele

Was können andere sagen oder machen, was dein Problem verschärft?

  • „Du kommst ganz nach deiner Oma!“ (der ungeliebten, die zudem fett war)
  • „Das hast du von deinem <anderen Elternteil>.“
  • „Kannst du nicht ein paar Kilo abnehmen?“ (und damit besser aussehen im Freundeskreis)
  • „Nimm nicht soviel, lass anderen auch was übrig.“
  • „Iss das hier, das ist gut für dich. Hat auch kaum Kalorien.“
  • „Hier, probier doch mal diese neue Diät. Bei der Nachbarin hat sie auch geholfen.“
  • „Du hast abgenommen! SUPER! Habe dir schon die ganze Zeit gesagt, dass du das endlich tun sollst. Schön, dass du endlich mal auf mich gehört hast.“
  • „Endlich habe ich mein hübsches Kind wieder.“ (nach erfolgreicher Diät)
  • „So kann ich mit dir nicht auf die Straße.“ (nach Gewichtszunahme)
  • „Habe dir zum Geburtstag deine Lieblingstorte gekauft. Einmal ist keinmal, morgen kannst du wieder Diät machen.“
  • „Kalorienzählen ist eine Essstörung, habe ich gelesen.“
  • Seitenblick, wenn eins irgendwo auf der Straße etwas Alltägliches isst, z.B. Brötchen, Würstchen oder Eis. „Kein Wunder, dass die Person so dick ist, wenn sie DAS isst.“
  • ….

Was kannst du selbst denken und tun, um dein Problem zu verschärfen?

  • Ist genetisch, meine ganze Familie ist und war dick.
  • Das ist mein Organismus, den habe ich mir durch Diäten versaut.
  • Ich habe halt keine Selbstbeherrschung.
  • Ich habe schon soviel versucht, nichts hat funktioniert. Bin halt zu blöd zum Abnehmen.
  • Weil mein Elter damals X gemacht hat, bin ich so dick geworden.
  • Wenn mein Elter nur X nicht mehr sagen oder tun würde, müsste ich nicht mehr dick sein und könnte endlich abnehmen.
  • Wenn ich gestresst bin, esse ich immer!

Kommen dir diese Äußerungen bekannt vor?

Wenn wir unser Leben lang mit solchen Sätzen von außen und eigenen inneren Glaubenssätzen leben, dann ist es kein Wunder, dass sich am Essverhalten und Übergewicht nichts verändert und wir auch selbst das Gefühl haben, dass wir unwillkürlich (über)essen und sich dieses Thema der aktiven Veränderung entzieht.

Temporäre Diäten führen dann temporär zu guten Gefühlen, die darunterliegenden Themen sind aber noch genauso da und wirken weiter, zur nächsten und übernächsten Runde von Zunehmen und Abnehmen.

Es gibt beim Abnehmen auch einen reinen Zahlenaspekt – wenn wir mehr Kalorien essen, als unser Körper verbrennt, werden wir über die Zeit zunehmen. Das hat nichts mit Psychologie zu tun und viel mit alltäglichen Mustern, die sich etabliert haben. Hier hilft, mal 2 Wochen lang ganz konkret aufzuschreiben, was gegessen wird.

Die Psychologie schaut hingegen auf die Frage: „Wofür ist dieses Essverhalten oder das Übergewicht gut? Welche bisher nicht hinreichend befriedigten Bedürfnisse steht hier dahinter?“

Beim Thema Übergewicht geht es dabei oft um das bessere Halten der eigenen Grenzen und einen zielführenderen Umgang mit Personen finden, die mit Aussagen und Handlungen immer wieder übergriffig in unsere (Körper)Autonomie einzugreifen versuchen.

Hierbei biete ich dir hilfreiche Strategien und Tools an, mit denen du dir deine automatisierten Impulse und Glaubenssätze bewusst machen kannst (die aus Innensicht deines Systems sinnhaft sind, auch wenn dir das selbst nicht so vorkommt!), so dass du danach die Wahl hast, wie du damit anders umgehen kannst.

Als selbst lebenslang betroffene Person liegt mir das Thema Übergewicht und Essverhalten am Herzen. Übergewicht von Kindheitstagen an bzw. das Zuviel-Essen ist ein Ergebnis und Ausdruck (Symptom) von darunterliegenden Themen, die sich mit Kalorienzählen und Kohlsuppe nicht automatisch verändern. Mein Angebot richtet sich dabei gezielt an Personen ab 21, die schon ihr ganzes Leben mit diesem Thema zu tun haben oder bei denen das Thema heute einen sehr großen Raum einnimmt.

Paradoxe Reaktion als Musterunterbrechung

Du willst deine typische Reaktion auf ein Problem ändern? Singe darüber wie in einer Oper, als Rocksong, als Ballade… leg los, tanze, lache darüber!

Das bringt dein System aus dem typischen, gewohnten Muster von „negativer Auslöser-> wütende/depressive/panische Reaktion“ heraus, reaktiviert deine höheren Gehirnfunktionen (präfrontaler Kortex / PFC), versetzt dich vom Kampf/Flucht-Zustand des Sympathikus in einen parasympathischen Zustand und beruhigt deine Amygdala aus ihrem emotionalen Overdrive.

Dadurch kannst du jedes Problem besser bewältigen.

WICHTIG:

Das bedeutet nicht, dass es dir egal ist oder dass du damit einverstanden bist, dass das Problem existiert – wir können:

akzeptieren, dass das Problem da ist

UND

uns selbst aus dem emotionalen Overdrive beruhigen, der viel Energie in einem nicht hilfreichen festgefahrenen Zustand bindet

UND

dann unser aktivierende Wut, Angst usw. für gute Arbeit einsetzen.

Ein Problem als theatralische Opernarie zu singen, könnte auch die Tür für die Formulierung einer neuen Geschichte öffnen – wir können uns ein gewünschtes, hoffnungsvolles Happy End dazu entwickeln!

Aufstellen mit sich selbst – Triadisches Prinzip

In diesem Beitrag geht es um das minimalistische und gleichzeitig sehr effektive Aufstellungsverfahren „Triadisches Prinzip“, das auch im Selbstcoaching genutzt werden kann. Anhand der Zentren Bauch, Herz und Kopf kann die aktuelle innere Haltung zu einem Thema erforscht werden und in der Kommunikation zwischen den Zentren können neue Herangehensweisen und Lösungen gefunden werden

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Verdecktes Arbeiten – Themen bearbeiten, ohne sie auszusprechen

Im Folgenden geht es um verdecktes Arbeiten im Sinn von: die Klient_innen sprechen das zugrundeliegende Thema nicht aus, sondern es werden z.B. die damit zusammenhängenden Gefühle bearbeitet. Es ist also verdeckt aus Wahl und Sicht der Klient_innen. Es bedeutet nicht, dass ich als Thera* unabgesprochen und heimlich eine Hypnose anwende, um Personen zu etwas zu bringen!

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Misophonie – Überblick

Diese Seite dient der Zusammenfassung und dem Überblick über alle Misophonie-Themen und wird laufend durch gesonderte Artikel zu einzelnen Bereichen erweitert. Viele Informationen stammen aus meiner Fortbildung beim Misophonia Institute im Januar 2021, ergänzt um eigene Erfahrungen und Recherchen.

Mein älterer Artikel zu einer Misophonie-Behandlung findet sich hier.

Wenn du einen Einblick in meine konkreten Ansätze erhalten möchtest, höre bitte in meine Trance-Dateien zur Unterstützung bei Misophonie rein.

Misophonie (von griechisch μῖσος misos ‚Hass‘ und φωνή phonḗ ‚Geräusch‘), wörtlich „Hass auf Geräusche“, ist eine Form der verminderten Geräuschtoleranz gegenüber bestimmten Geräuschen

https://de.wikipedia.org/wiki/Misophonie

Misophonie ist eine konditionierte, extreme Reaktion zu kleinen Reizen.

Misophonia Institute
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Der Verantwortlichkeitsprozess

Neulich lass ich das englische Original zu „The Responsibility Process: Wie Sie sich selbst und andere wirkungsvoll führen und coachen“. In diesem inhaltlich interessanten, leider etwas sehr weitschweifenden Buch hat der Autor Christopher Avery folgende Ebenen identifiziert, auf denen wir uns im Problemerleben bewegen können. Und aus seiner Sicht können wir nur in der Verantwortung (Responsibility) ganz oben uns weiterentwickeln und dazulernen.

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Problemlösungs-Troubleshooting

Manchmal haben wir ein Problem, die sich unseren Änderungsversuchen sehr entzieht.

Wie finden wir heraus, was der Lösung im Wege steht? Was gibt es, was einem Teil von uns, unbewusst, so wichtig ist, dass das aktuelle Symptom/Problem weniger schlimm ist als das, wovor es schützen soll? Im Folgenden zwei Ansätze, uns selbst ein wenig zu hinterfragen und besser zu verstehen.

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Autismus bei Erwachsenen – Selbsttests

Leider ist es für erwachsene Personen immer noch sehr langwierig und schwierig, eine Diagnose zu bekommen. Es gibt auch weiterhin nur wenig Testzentren oder spezialisierte Ärzt_innen und Psychothera*.

Daher kann ein erster Selbsttest wenigstens einen Hinweis darauf liefern, ob und wo im Spektrum sich eins vielleicht befindet. Dies ersetzt keine Diagnostik!

Autism Spectrum Quotient (AQ) Test

Der AQ Test ist wissenschaftlich validiert für die Verwendung bei Erwachsenen (siehe z.B. hier).

Link zur englischsprachigen Version als Online-Fragebogen:

https://psychology-tools.com/test/autism-spectrum-quotient

Deutschsprachiges PDF zur Selbstauswertung (hier wird unten auch schön aufgeführt, wie die erhaltene Punktzahl zu bewerten ist, nämlich als Wahrscheinlichkeit einer Autismus-Diagnose).

http://docs.autismresearchcentre.com/tests/AQ_Adult_German.pdf

Die maximale Punktzahl sind 200 Punkte. 80% der Personen, die mehr als 32 Punkte erreichen, haben eine Autismus-Diagnose. Ein befreundete Person mit offizieller Diagnose hat für mich den AQ-Test durchgeführt und dabei 44 Punkte erzielt, wie bei anderen Tests auch. Menschen ohne Autismus-Diagnose, aber mit naturwissenschaftlichen Neigungen, bewegen sich in der Region bei 23 Punkten. Menschen im neurotypischen Bereich liegen im Schnitt bei 16 Punkten.

Aspie-Quiz

Das Aspie-Quiz ist ein nicht wissenschaftlich validierter Selbsttest, an dessen Ende ein ausführliches PDF mit den Ergebnissen heruntergeladen werden kann.

http://www.rdos.net/de/

Linktipp Assoziationsspaltung bei Zwangsgedanken

Die Arbeitsgruppe Klinische Neuropsychologie des Universitätsklinikums Eppendorf hat eine Online-Publikation herausgebracht, in der sie eine neue Methode beschreiben, um Zwangsgedanken zu vermindern.

Über das Bilden neuer Assoziationen werden vorhandene, katastrophierende Gedankenketten unterbrochen und verändert. Beispiel:

Ablaufende Kette im Zwangsgedanken:

Rot > Blut > Infektion > Tod

Eigene neue, neutral bis positive Assoziationen zu „Rot“ finden und diese immer wieder zusammen aufsagen, um die neuen Verknüpfungen zu verstärken, z.B.:

Rot – Rose – Rosa – roter Mund – roter Mond – Rotwein – Rotkohl

Statt Worten können auch Bilder genutzt werden, die laut Verfasserteam oft hilfreicher sind.

Hier der Link zur Webseite – der Link zum eigentlichen, sehr ausführlichen Manual ist weiter unten in der Seite:

https://clinical-neuropsychology.de/manual_assoziationsspaltung_deutsch/

Die Zukunft von Trauma-Behandlung ist jetzt

Früher habe ich mit Begeisterung Fanfiction geschrieben und gelesen – und „Trauma“ in Form einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTSD) ist für eine Story ein wunderbares Plot Device, um einen sonst sehr starken Character in die Knie zu zwingen. Seitdem ich mich mehr mit Trauma-Therapien beschäftige, kann ich diese Art von Stories nicht mehr genießen, da mein TherapeutInnen-Hirn korrekterweise der Ansicht ist, dass im Jahr 2265+ die Behandlung von Trauma sehr, sehr erfolgreich stattfinden wird. Woraus ich diese Sicherheit nehme? Aus dem Stand der heutigen Trauma-Therapien.

Trauma wird heute üblicherweise in zwei Typen aufgeteilt…

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